WELTWEITER SCHUTZ
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EINE WAHRHAFT INTERNATIOALE BOUTIQUE-KANZLEI FÜR RECHTSINHABER, BRANDMANAGER & MARKENUNTERNEHMEN

Working with world's leading brands for more than 18 years

Unser Kanzleisitz befindet sich im Herzen Münchens mit 12 angeschlossenen Büros in ganz Europa. Unsere Vertreter sitzen in Chicago und Los Angeles und in Chinas Produktpiraterie-Hochburgen in Shenzen, Guangzhou, Shantou, Yiwu and Hongzhou.

Christian Zierhut ist der Jäger der Fälschungen und beschützt Marken in Europa und USA

Aufspüren und Beschlagnahme von Fälschungen, Zusammenarbeit mit Kollegen aus aller Welt: Christian Zierhut ist Anwalt für Markenschutz und der richtige Ansprechpartner im Kampf gegen Produktfälschungen. Von gefälschtem Spielzeug wie Babypuppen und Frisbees, über sklavisch nachgeahmte Kfz-Karosserieteile bis hin zu Modellkleidern und Fanartikeln. In diesem Interview erläutert der 46-Jährige Markenschutz-Experte wie er Fälscher identifiziert und warum Markeninhaber mit ihm sprechen sollten.

Herr Zierhut, bitte stellen Sie sich kurz vor und wie hat alles für Sie angefangen

Ich bin 46 Jahre alt und habe in Würzburg studiert, wo ich auch mein erstes und zweites Staatsexamen absolviert habe. Wahrscheinlich hat meine juristische Karriere in der High School begonnen. Ich habe den Fortgeschrittenenkurs “Wirtschaftsrecht” abgeschlossen und festgestellt, dass man mit dem deutschen Zivilgesetzbuch – in seinen abstrakten, allgemein geltenden Normen – jeden Fall aus dem Leben mit diesem einzigen Rechtstext lösen kann. Das fand ich faszinierend.

Meine Eltern hatten eine Reihe von Unterhaltungselektronik-Märkten. Während meiner Schulzeit ab dem 17. Lebensjahr war ich bereits für einen dieser Märkte ganz allein verantwortlich, mit allem, was dazu gehörte: Mitarbeiterführung, Einkauf, Planung der Werbekampagnen. Ich war also mit wirtschaftlichen Fragen vertraut, und es gab auch diese Faszination für das Recht. Die Einschreibung in das Jurastudium an der Universität Würzburg war nur logisch.

Herr Zierhut, Sie scheinen sich mit viel Herzblut für Gerechtigkeit einzusetzen. Woher kommt diese Leidenschaft?

Ich entwickle immer eine besonders große Leidenschaft, wenn die Chemie zwischen mir und meinem Mandanten stimmt. Ich weiß genau, wie es ist, wenn man als kreativer Unternehmer gegen Neid, Nachahmer und Betrüger kämpfen muss. Vielleicht ist eine von zehn Personen wirklich kreativ. Dieser gibt alles, setzt sich hin und entwickelt eine neue Idee, ein neues Design, ein neues Produkt, investiert viel Zeit, Energie, Geld und Lebenselixier. Und dann sind da neun andere drum herum, die nichts anderes können, als es sich bequem zu machen und in ihrer Gier einfach abzukupfern und sich sämtliche Entwicklungskosten dabei zu sparen. Denen ist der schnelle Profit wichtiger als alles andere. Und das ist nicht hinnehmbar! Nicht für mich! Dann mache ich Fälle zu meiner persönlichen Angelegenheit, weil dahinter Emotionen stehen.

Gehen Sie als Mann mit Wertebewusstsein und einer gewissen Grundsatzliebe manche Dinge auch unkonventionell an?

Werte wie Gewissenhaftigkeit, Fleiß, Zuverlässigkeit, Loyalität sind mir wichtig. So messe ich mich, aber auch mein Team. Ich muss mich auf das Wort meiner Teammitglieder  verlassen können, ohne für jeden Kleckerkram einen hundertseitigen Vertrag aufsetzen zu müssen. Ich denke eine gesunde Mischung macht die Arbeit erfolgreich: Grundsätze und Werte sorgen für einen soliden Rahmen, aber der Instinkt für neue Situationen, das Bauchgefühl eben – das muss den Rahmen ausfüllen. Der Mut zu unkonventionellen Lösungen lässt mich Dinge anpacken und vorantreiben.

Sie waren der Erste, der eine Anwaltskanzlei in Form einer Aktiengesellschaft gegründet hat. Das hat Sie zu einem Pionier Ihres Fachs gemacht

Die Aktiengesellschaft war die einzige Gesellschaftsform für Anwälte, die mir die Freiheit gab, meine Unternehmensziele umzusetzen. Das war unkonventionell, aber richtig. Mein Unternehmenskonzept wurde von den “BJU Young Entrepreneurs” mit dem 1. Platz in Bayern beim Start-up-Wettbewerb 2003 ausgezeichnet. Die Geschichte meiner Anwaltskanzlei geht also 18 Jahre zurück zum Jahr 2002, als ich „IHR ANWALT 24“ gründete, die erste Anwalt-Aktiengesellschaft, die von der Anwaltskammer München zugelassen wurde. Diese Anwaltskanzlei ist heute als Z I E R H U T * I ​​P als eine der führenden Kanzleien für Markenschutz international anerkannt.

Was waren bisher Ihre wichtigsten Klienten und Projekte im Bereich Markenschutz?

Meine Arbeit für Precisport, Lizenznehmer Motorrad- und Formel1-Weltmeistern, hat mich unter den großen Marken bekannt gemacht. Innerhalb eines Jahres gelang es uns, ein echtes “Röntgenbild der Piraterie” zu erstellen, deren Ursachen aufzudecken und Gegenmaßnahmen zu ergreifen, bis der Markt in Europa vollständig “sauber” war und es in ganz Europa keine Fälschungen mehr gab. Dann das Verfahren für Ewald-Schwarzer Publishing gegen einen der größten Verlage der Welt Axel-Springer AG. Ich bin auch stolz auf meine Arbeit für Toni Rieger. Zu dieser Zeit versuchte unser Gegner den deutschen Markt mit massen-produzierten Kfz-Anbauteilen aus China zu überfluten. Dies war der Wendepunkt für Europa. Christian Audigiers Marke “Ed Hardy”, die ich bis zu seinem Tod betreut habe. Es war wahrscheinlich das größte Anti-Piracy-Mandat bislang in Europa.

Auch die amerikanische Traditionsfirma Wham-O mit über 70 Jahren Geschichte (die Frisbee®-Geschichte) und eine der bekanntesten Luxusmarken der Welt GALIA LAHAV. Derzeit vertreten wir namhafte Hersteller aus der Modebranche, Sportartikelhersteller und Elektronik. Darauf bin ich stolz: Durch unsere Strategie ist es gelungen, ganz signifikant illegale Angebote von chinesischen Händler in Europa und den USA für die Rechteinhaber von Stan Lee – Marvel’s Superhelden-Schöpfer – zu reduzieren. Ich bin Vertrauensanwalt der World Boxing Association WKU WORLD seit über 15 Jahren.

25 Jahre als Pionier und Unternehmer – Zeit für eine Bilanz. Wie waren Ihre besten beruflichen Momente?

Wenn ich die Jahre zähle, bin ich seit fast 25 Jahren Unternehmer! In dieser Zeit waren die schönsten Momente: meine erste Firma, der Tag der Examensergebnisse, Gründung meiner Anwaltskanzlei, die erste erstrittene einstweilige Verfügung, die erste gewonnene Klage, auch der Tag, an dem ich meinen ersten Alleinflug absolvierte, der Tag, an dem ich meine Lebensgefährtin traf und die Geburt meiner Tochter; jedsmal wenn meine Schwester von New York zu Besuch kommt und immer wenn ich für meine Eltern Steaks auf den Grill lege.

Gab es Fälle die Sie lieber vergessen würden?Zierhut IP - Markenanwalt hat 15 Jahre Erfahrung im Markenrecht

Nein. Solche Fälle gab es nicht. Allerdings gibt es hier und da Menschen, die einen als Anwalt schon auf die Palme treiben können. Mal sind es uneinsichtige und aufbrausende Gegner, mal unsachliche Anwaltskollegen. Hinter jedem Fall stecken eben Menschen. Es sind oft starke Gefühle wie Stolz und Ehre mit im Spiel – da ist man vor Überraschungen nie gefeit. Die Zulassung der Anwalt-AG durch die Anwaltskammer stand schon kurz vor dem Aus. Eine Aktiengesellschaft für Anwälte gab es ja vorher nicht. Ich musste gegen Vorurteile seitens der Kammer und Anwaltschaft ankämpfen. Ich schwitzte bis die Entscheidung zu unseren Gunsten getroffen wurde. Das war ein großer Triumph. Und eine große Enttäuschung. Ein ehemaliger Geschäftspartner. Aber auch diese Erfahrung stellte sich am Ende als Glücksfall heraus und machte mich stärker und  meine Kanzlei noch erfolgreicher.

Wie ist es als “Piratenjäger” zu arbeiten?

Um es einfach auszudrücken: Wir suchen nach Produktfälschungen. Wir greifen ein, wenn ein Dritter die Markenrechte unserer Klienten verletzt – online & offline. Wir beschlagnahmen diese und nehmen sie so schnell wie möglich aus dem Verkehr. Letztendlich sollten gefälschte Produkte nicht verfügbar sein. Dabei arbeiten wir eng mit den lokalen Behörden zusammen, durchsuchen gemeinsam Lager oder folgen Transporten. Obwohl ich viel Zeit an meinem Schreibtisch verbringe, muss ich manchmal die Ärmel hochkrempeln und in einen Container steigen, um nach Fälschungen zu suchen.

Welche Aufgaben erwarten Sie an Ihrem Schreibtisch?

Die Aufgaben sind sehr unterschiedlich. Wir kümmern uns um Hinweise, wenn unsere Agenten oder die Mandanten selbst über Fälschungen informiert wurden. Wir recherchieren online nach gefälschten Produkten und wenn wir einen Fälscher gefunden haben, prüfen wir die richtige Strategie. Wir müssen immer die örtliche Gerichtsbarkeit und die rechtliche Situation berücksichtigen, da Sie nicht immer nach dem gleichen Muster vorgehen können. Ich kann mir keinen aufregenderen Job vorstellen!

Dieser Schimpanse ist dabei, Ihre Gedanken zu lesen und das Urteil vorherzusagen.

Sie sind speziell für den europäischen Markt engagiert. Gibt es hier irgendwelche Besonderheiten?

Statistiken zufolge stammen mehr als 80 Prozent aller gefälschten Produkte aus Asien. Und die meisten werden in den USA und in Europa verkauft. Meine Aufgabe ist es, zu verhindern, dass gefälschte Produkte am besten gar nicht nach Europa und in die USA gelangen oder noch besser das Herkunftsland nie verlassen. Sobald die Produkte im Umlauf sind, wird es aufwendiger.

Wie ist Ihr Team zusammengestellt?

In unserem Team haben wir IP-Anwälte sowie Produkt- und IT-Experten. Wir stehen in ständigem Kontakt mit den Produktmanagern unserer Klienten. Wir arbeiten international und stehen täglich mit unseren Vertretern vor Ort im Ausland in Kontakt.

Was motiviert Sie in Ihrem Job?

Meine Arbeit erreicht etwas. Ich weiß, warum ich jeden Morgen aufstehe. Jedes Jahr beschlagnahmen und zerstören wir potenziell gefährliche gefälschte Produkte in Millioneneurohöhe. Das macht mich stolz.

Danke für die offenen Worte. (Interview: Melanie Roth)

Über Z I E R H U T * I P * Experten für globalen Markenschutz

Bei Z I E R H U T * I ​​P sind wir auf den Schutz von Geistigem Eigentum spezialisiert und verteidigen Marken auf dem Weltmarkt mithilfe einer Kombination aus erfahrenen IP-Anwälten und proprietärer Technologie. Technologie ist ein wichtiger Faktor unserer Schutzlösung. Sie verwendet hocheffiziente Algorithmen, die das Internet scannen und IP-Verstöße identifizieren. Anschließend validieren und entfernen wir die Verstöße und verlangen von den Verletzern Auskunft über Handelskanäle, Umsätze und Gewinne. Fälschungen beschlagnahmen und vernichten wir und fordern Schadensersatz, während wir zugleich Verstöße unseren Kunden in Echtzeit melden.

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